
Foto (AGIT mbH) - (v.l.n.r.): Nomo Braun (agiplan public GmbH), Nina Walkenbach (AGIT mbH), Thomas Hissel (Stadt Aachen) mit Moderator Robert Esser
Über 100 Gäste, strahlender Sonnenschein und viele Impulse für die Zukunft unserer Gewerbestandorte.
Am 10. September fand das AGIT Forum 2026 unter dem Titel „Zukunft im Bestand: Transformation von Gewerbestandorten“ im Forum M in Aachen statt.
Im Mittelpunkt stand eine Frage, die angesichts des zunehmend knapper werdenden Flächenangebots immer wichtiger wird:
Wie können bestehende Gewerbestandorte weiterentwickelt, revitalisiert und fit für die Zukunft gemacht werden?
Die Beiträge des Forums haben dabei eines deutlich gemacht: Die Zukunft vieler Standorte beginnt im Bestand. Denn zwischen Abriss und Neubau gibt es zahlreiche Möglichkeiten, vorhandene Gebäude, Flächen und Strukturen neu zu denken. Transformation kann Nachnutzung und Weiterbauen bedeuten, Reindustrialisierung, neue Arbeitswelten oder die Verbindung von Bestand und Neubau. Entscheidend ist, die jeweiligen Potenziale eines Standorts zu erkennen und weiterzuentwickeln.
Prof. Stine Kolbert von der FH Aachen zeigte, wie sich die Anforderungen an Bau- und Planungsmanagement sowie Projektentwicklung verändern und welche neuen Herausforderungen daraus für die Entwicklung von Standorten entstehen.
Ben Michel von pfeiffer.volland.michel.architekten richtete den Blick auf die Bauwende und die Frage, wie Kreislaufwirtschaft, Neubau und Bestand zusammengedacht werden können.
Wie unterschiedlich Transformation konkret aussehen kann, zeigten die anschließenden Praxisbeispiele:
- Antje Scheffer (Goldbeck) gab Einblicke in die Revitalisierung eines Gewerbestandorts in Mannheim. Tobias Schroeders (Dr. Schönheit + P. Engineering) zeigte Perspektiven der Reindustrialisierung bestehender Standorte auf.
- Martin Schommer (Revis Projektplan) berichtete über die Transformation der Alten Tuchfabrik Euskirchen.
- Jens Malms und Ana Pareja-Leon (Walbert-Schmitz) stellten ein neues Büro- und Arbeitskonzept vor, das eindrucksvoll zeigt, wie sich auch Anforderungen an Arbeitsräume und deren Nutzung verändern.
- Laurence Slangen (SPI Provinz Lüttich) ergänzte die Perspektive mit einem Blick über die Grenze auf die Entwicklung des Quartiers Val Benoit in Lüttich.
Besonders greifbar wurde die Frage nach der Transformation bestehender Standorte in der abschließenden Talkrunde zum KRAFTWERK Aachen, dem ehemaligen Bushof. Thomas Hissel (Stadt Aachen), Nomo Braun (agiplan public) und Nina Walkenbach (AGIT) diskutierten, wie aus einem innerstädtischen Bestandsstandort neue Perspektiven für Wirtschaft, Innovation und Wertschöpfung entstehen können.
Dabei wurde deutlich: Transformation ist nicht nur eine bauliche, sondern vor allem auch eine organisatorische und gemeinschaftliche Aufgabe. Es braucht Akteure, die Prozesse anstoßen, Interessen zusammenführen und gemeinsam neue Perspektiven für bestehende Standorte entwickeln.
Damit nimmt das Thema „Zukunft im Bestand“ verschiedene Ebenen in den Blick: Es geht um Gebäude und Flächen, aber ebenso um neue Nutzungen, veränderte Arbeitswelten, zirkuläres Bauen, wirtschaftliche Perspektiven und die Zusammenarbeit der beteiligten Akteure.
Eine zentrale Erkenntnis des Tages war: Bestand weiterzuentwickeln bedeutet nicht, auf Zukunft zu verzichten – sondern vorhandene Potenziale als Ausgangspunkt für neue Entwicklungen zu nutzen.
Neben den fachlichen Impulsen bot das Forum vor allem eines: Raum für Austausch, Diskussion und Vernetzung. Die zahlreichen Gespräche haben gezeigt, wie groß das Interesse und zugleich der Handlungsbedarf bei der zukunftsfähigen Entwicklung bestehender Gewerbestandorte sind.
Vielen Dank an alle Referent:innen, Gäste und Mitwirkenden für einen erkenntnisreichen und inspirierenden Tag!
Fotos: AGIT mbH







