
Fotos: Scanbie, ET-Projektbüro
Vom 20. bis 24. April war die AGIT als Teil des trinationalen Konsortiums der Euregio Maas-Rhein auf der Hannover Messe vertreten. Am gemeinsam vom Konsortium organisierten Stand des Einstein-Teleskops standen die wissenschaftliche Vision, technologische Herausforderungen und Kooperationsmöglichkeiten rund um das europäische Großforschungsprojekt im Mittelpunkt – begleitet von Delegationsbesuchen, Fachgesprächen und breitem öffentlichem Interesse.
Das Einstein-Teleskop soll künftig neue Einblicke in das Universum ermöglichen und Gravitationswellen mit bislang unerreichter Präzision messbar machen. Zugleich eröffnet das Vorhaben vielfältige Anknüpfungspunkte für Unternehmen und Forschungseinrichtungen – etwa in den Bereichen Kryotechnik, Vakuumtechnologie, Optik und Photonik, Präzisionsmechanik, Sensorik oder Datenverarbeitung. Als Fachmesse der produzierenden Industrie bot die Hannover Messe damit einen zentralen Rahmen, um das Einstein-Teleskop als europäisches Zukunftsprojekt an der Schnittstelle von Spitzenforschung, Hochtechnologie und industrieller Anwendung sichtbar zu machen. Am Stand in Halle 11 kamen Besucherinnen und Besucher mit Vertreterinnen und Vertretern aus Forschung, Wirtschaft, Politik und Innovationsförderung ins Gespräch – über wissenschaftliche Ziele, technologische Bedarfe und konkrete Möglichkeiten zur Beteiligung.
Begleitet wurde die Messepräsenz von einem vielseitigen Rahmenprogramm, das die wissenschaftliche Bedeutung, die technologische Breite und die internationale Zusammenarbeit im Einstein-Teleskop-Ökosystem sichtbar machte. Schon die Eröffnung des gemeinsamen Standes verdeutlichte den trinationalen Charakter des Vorhabens: Mit Rianne Letschert, niederländische Ministerin für Bildung, Kultur und Wissenschaft, Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und stellvertretende Ministerpräsidentin, sowie weiteren hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus den beteiligten Regionen wurde der Auftakt für eine Messewoche im Zeichen von Wissenschaft, Technologie und europäischer Kooperation gesetzt.
Ein besonderer Höhepunkt zum Beginn der Woche war das Sideevent „The Giant Einstein Telescope: Space, Science and the Power of Pull“ am Montagabend im Convention Center der Hannover Messe. Eingeladen hatte das Konsortium der Euregio in Zusammenarbeit mit dem belgischen Botschafter Piet Heirbaut und der niederländischen Botschafterin Hester Somsen. Mit ESA-Astronaut Frank De Winne wurde die Bedeutung des Einstein-Teleskops auch im Kontext eines dynamischen europäischen Forschungs- und Raumfahrtökosystems beleuchtet.
Ein weiterer besonderer Programmpunkt innerhalb der Ausstellungswoche war der Besuch der Delegation aus Baden-Württemberg am Dienstag, 21. April. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Forschung und Innovationsförderung – darunter u. a. KIT, Bosch, TRUMPF, ZEISS, und DLR – informierten sich am ET-Stand über die wissenschaftlichen Zielsetzungen, die Dimensionen des Instruments und die technologischen Herausforderungen des Einstein-Teleskops. Darüber hinaus wurden konkrete Beteiligungs- und Vernetzungsmöglichkeiten vorgestellt, darunter das ET-Mapping-Tool und das neue ZIM-Netzwerk ET-InnoNet, die von der AGIT als Technologietransferbüro (TTO) betreut werden.
Auf der Expert Stage wurde diese Verbindung am Mittwoch auch im Bühnenprogramm aufgegriffen: In der Podiumsdiskussion „Einstein Telescope EMR – A new window of opportunity for science, technology and industry“ diskutierten Achim Stahl, RWTH Aachen und Projektbüro ET EMR, Anouk Schmid, Bidbook ET EMR / LIOF, Hans Plets, ET Flanders, und Thomas Nagels, Boolean, unter Moderation von Ellen Tomesen von der niederländischen Botschaft in Deutschland darüber, wie wissenschaftliche Ambitionen zu Innovation, regionaler Stärkung und neuen industriellen Kooperationen führen können. Das Einstein-Teleskop wurde dabei nicht nur als wissenschaftliches Großprojekt, sondern auch als Katalysator für neue Wertschöpfungsketten und industrielle Zusammenarbeit in Europa sichtbar.
Für die AGIT stand die Messepräsenz ganz im Zeichen des Technologietransfers: Unternehmen für die Chancen des Einstein-Teleskops sensibilisieren, regionale und überregionale Kompetenzen sichtbar machen und neue Brücken zwischen Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Hand schlagen. Die Hannover Messe hat gezeigt, dass das Einstein-Teleskop weit über die Grundlagenforschung hinaus Impulse setzen kann – für Hochtechnologie, Innovation und grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Europa.
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